Am frühen Donnerstagmorgen des 20. Juli 1944 flog Oberst Graf von Stauffenberg zusammen mit seinem Adjutanten Oberleutnant von Haeften von Rangsdorf bei Berlin mit einer He 111 in die Wolfsschanze, wo das Flugzeug um 10:15 landete. Haeften führte in einer Aktentasche zwei von Oberst Wessel Freiherr von Freytag-Loringhoven beschaffte englische Ein-Kilogramm-Sprengstoffladungen mit lautlosen chemischen Zündern mit sich. Um 12:15 wollte Stauffenberg noch vor der Besprechung sich schnell erfrischen und umziehen und ihm wurde von John von Freyend ein Zimmer zur Verfügung gestellt. Stauffenberg begab sich schnell in das im zugewiesene Zimmer und aktivierte die Zeitzünder. Jeder der Sprengkörper besaß je einen chemischen Zünder englischer Produktion der auf 10 Minuten programmiert war. Das Aktivieren der Zünder war jedoch eine äußerst komplizierte und zeitraubende Arbeit. "Zuerst musste man die kupfernen Huelsen zerdrücken, in denen Säurekapseln verstaut waren. Die Säure zersetzte nach einiger Zeit Drähte, die die spiralförmigen Zünderbolzen anspannte. Durch eine Öffnung musste man feststellen ob die Zunderbolzen noch angespannt waren und weiters die Sicherung entfernen."

Wenige Minuten vor 12:30 ging Stauffenberg Richtung Besprechungsbaracke. Auf dem Weg dorthin wollte John von Freyend Stauffenberg die Tasche tragen helfen, ein Angebot das Stauffenberg sofort ablehnte. Jedoch kurz vor dem Eintreten in die Baracke, nahm er seine Hilfe an und bat ihn um einen Platz in der Nähe des Führers. Als sie eintraten, berichtete gerade General Heusinger über die Lage der deutschen Truppen an der Ostfront. Die Tasche mit der Bombe stand hinter dem rechten Tischbein ungefähr 2,5 bis 3 Meter von Hitler entfernt. Wegen eines dringenden Anrufes, verließ Stauffenberg das Zimmer, da sich die Telefonapparate im Nebenzimmer befanden. Auch Stauffenbergs Adjutant folgte ihm und im Moment als sie ins Auto stiegen, kam es zu einer gewaltigen Explosion.

Als sie den Ort des Geschehens verliessen, waren nur eine über der Baracke schwebende Rauchwolke, herumfliegende Papiere und viele Verwundete, denen es gelang die Baracke zu verlassen, zu sehen. Das verlassen der Zone 1 war für Stauffenberg kein Problem. Seine erstaunliche Karriere, seine Handverletzung aus Afrika und sein ungeheurer Mut brachten ihm allgemeine Anerkennung und Respekt. Schließlich gelang es Stauffenberg und Haeften um 13:15 mit dem Flugzeug nach Berlin zu flüchten. Nach der Landung waren sie vollkommen überzeugt über den Erfolg ihrer Mission. Gen. Olbricht verkündete den Beginn der Operation Walküre. Doch der sieben Stunden dauernde Putschversuch scheiterte um Mitternacht. Graf Claus Schenk von Stauffenberg wurde sofort verhaftet und zu Tode verurteilt. Noch in der selben Nacht um 0:30 ist das Urteil ausgeführt worden.

Die von Stauffenberg gelegte Bombe zerstörte völlig den Innenraum der Besprechungsbaracke. Überall am Boden verstreut fand man Stühle, Glasscherben und Papiere, und von der massiven Tischplatte verblieb nur ein kleines Stück. An der Stelle, wo Stauffenberg die Tasche hinterließ entstand ein 1.5 Meter großes Loch.

Während des Anschlages befanden sich 24 Personen in der Baracke. Hitler stand in der Mitte und war mit dem Gesicht zu den geöffneten Fenstern gerichtet. Er war über dem Tisch gelehnt und stützte sein Gesicht mit den Händen am Tisch ab.

Die Besprechungsteilnehmer empfanden die Explosion als eine Art riesigen Windstoss, der von einem ohrenbetäubenden Knall und einer blaugelben Flame gefolgt war. Der Windstoss drückte alle Personen im Raum sofort zu Boden, niemand wurde aus dem Fenster katapultiert, wie manche Bücher berichten. Sofort danach hörte man Rufe: "Wo ist der Führer?" Es war Keitel, der sich nach dem Anschlag um Hitler sorgte. Nach kurzer Zeit fand er ihn und brachte aus dem von rauchbesetzten Raum heraus.

Prof. von Hasselbach leistete erste Hilfe und weiterhin wurde Hitler von Prof. Morell ärztlich betreut. Der Führer blutete aus dem rechten Ellbogen doch seine Gelenke waren in Ordnung. Es wurden keine Schäden seiner Hörorgane festgestellt, obwohl sein Trommelfell beschädigt war. Der Führer war äußerst aufgeregt und meinte, er habe schon immer gewusst, dass es in seinem Offizierskreis einen Verräter gab. Der Führer erholte sich sehr schnell und schon drei Stunden später empfing er Mussolini am Bahnhof der Wolfsschanze. Der Besuch des italienischen Führers war sehr kurz und dauerte nur 2,5 Stunden.

In Folge des Attentates starben der Stenograph und drei andere Generäle. Wegen Verletzungen wie Hirnerschütterung und geplatzte Trommelfelle mussten die meisten Teilnehmer ins Karolewo Spital gebracht werden. Prof. Hasselbach übernahm die allgemeine Betreuung über diese Patienten.

Experten sind sich einig, dass die von Stauffenberg mitgebrachte Menge Sprengstoff alle Besprechungsteilnehmer getötet hätte, hätte die Besprechung in einem Betonbunker stattgefunden. Die Versammlung fand jedoch in der Baracke statt und deshalb waren die Verletzungen der Teilnehmer verhältnismäßig klein (14, Seite 476).